Dagegen
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Es gibt sicher eine Menge gute Gründe, für oder gegen die Todesstrafe zu sein. Nachfolgend findet ihr eine Menge Argumente gegen die Todesstrafe. Festgemacht sind diese am Beispiel der USA. Natürlich gelten sie auch für jeden anderen Staat, in dem die Todesstrafe angewandt wird.

Die Todesstrafe in den USA ist...

WILLKÜRLICH: Nur etwa 1% der in den USA begangenen Morde hat die Todesstrafe zur Folge;

RASSISTISCH: Jedes Rechtssystem spiegelt die Vorurteile der Gesellschaft wieder, die es repräsentiert. Fälle mit der Kombination weißes Opfer und schwarzer Täter führen bis zu sechs mal häufiger zu Todesurteilen als bei umgekehrter Konstellation;

UNFAIR: Diejenigen, die sich am wenigsten selbst verteidigen können, werden am häufigsten verurteilt. Neunzig Prozent aller zum Tode Verurteilten waren zu arm, um sich einen Wahlverteidiger leisten zu können. Von Gerichten beauftragte Pflichtverteidiger sind oft unerfahren, inkompetent und unterbezahlt;

FEHLERBEHAFTET: Seit 1900 wurden in den USA mindestens 450 Menschen zum Tode verurteilt, deren Unschuld später bewiesen wurde. Mindestens 23 Unschuldige wurden tatsächlich hingerichtet. Von 1973 bis 01. November 2013 wurden 143 Menschen aus den Todestrakten entlassen, deren Unschuld schließlich nachgewiesen werden konnte (darunter 7 aus Texas, 21 aus Florida, 18 aus Illinois und 9 aus Lousiana);

WIRKUNGSLOS: Keine glaubwürdige Studie hat jemals bewiesen, dass die Todesstrafe Gewaltverbrechen wirkungsvoller abschreckt als andere Strafen. US-Bundesstaaten, die häufig Hinrichtungen vollstrecken, haben im Durchschnitt höhere Mordraten als Bundesstaaten, die die Todesstrafe abgeschafft haben;

GRAUSAM: Alle Hinrichtungsmethoden können zu einem langsamen und qualvollen Tod führen. Exekutionen degradieren und brutalisieren alle an dem Prozess Beteiligten;

ÜBERHOLT: Es gibt einen weltweiten Trend, die Todesstrafe abzuschaffen. Die Vereinten Nationen haben ihre Mitgliedstaaten wiederholt aufgefordert, die Todesstrafe vollständig abzuschaffen. Derzeit gibt es 139 Staaten weltweit, die die Todesstrafe nicht mehr anwenden oder ganz abgeschafft haben, gegenüber 58 Staaten die sie weiter anwenden (Stand 10/09). So haben seit 1985 über 50 Staaten weltweit die Todesstrafe ganz abgeschafft, aber nur 4 Staaten sie wieder eingeführt (Gambia, Nepal, Papua-Neuguinea und die Philippinen). Positive Gegenbeispiele waren 2009 Burundi und Togo, die die Todesstrafe ganz abgeschafft haben, in Kenia wurden über 4000 Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt, nachdem dort über 22 Jahre niemand mehr hingerichtet wurde.

UNANGEMESSEN: Alternative Strafen existieren, die dem legitimen Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft nachkommen. Mörder umzubringen lehrt die Menschen nur, dass Rache gerechtfertigt ist und dass Gewalt eine angemessene Antwort auf gewalttätiges Verhalten ist;

POLITISCH BEEINFLUSST: Staatsanwälte, Richter und Gouverneure sind gewählte Beamte. Ihr Verhalten in Todesstrafenfällen wird oftmals durch den Wunsch beeinflusst, gegenüber einer besorgten Wählerschaft "tough on crime" erscheinen zu wollen;

WENIGER POPULÄR ALS ANGENOMMEN: Meinungsumfragen belegen, dass die Befürwortung der Todesstrafe deutlich abnimmt, wenn alternative Strafen angeboten werden, z. B. lebenslänglich ohne die Möglichkeit der vorzeitigen Haftentlassung;

EINE VERLETZUNG INTERNATIONALEN RECHTS: 24 US-Bundesstaaten lassen die Hinrichtung von Menschen zu, die zum Zeitpunkt der Tat minderjährig waren. Internationale Menschenrechtsstandards verbieten derartige Exekutionen ausdrücklich;  (inzwischen durch ein Urteil des Supreme Court verboten)

TEUER: Prozesse, die mit einem Todesurteil enden können, sind langwierig und kompliziert. Gleiches gilt für die Berufungsschritte. Studien belegen, dass es 2 – 6 mal teurer ist, ein Todesurteil an Stelle von lebenslanger Haft zu verhängen. Allein im Bundesstaat New Jersey haben die Steuerzahler zwischen 1983 und 2005 253 Millionen US-Dollar (!) für 197 Verfahren bezahlt, die in 60 Fällen mit der Verurteilung zur Todesstrafe geendet haben. Von diesen wurden 50 Urteile wieder aufgehoben. Von den übrigen 10 Verurteilten wurde bis heute kein einziges Todesurteil vollstreckt. Texas im Vergleich hat von 1976 bis heute über 2.2 Billionen US-Dollar für die Todesstrafe ausgegeben. Ein anderes Beispiel - Kalifornien. Hier zahlen die Bürger Jahr für Jahr 114 Mio. US-Dollar für die Unterbringung der zum Tode verurteilten Gefängnisinsassen. Seit 1976 hat Kalifornien 13 Täter hingerichtet, für Kosten im Schnitt von 250 Mio US-Dollar pro Fall.

EINE MENSCHENRECHTSVERLETZUNG: Jede Hinrichtung unterläuft das Prinzip fundamentaler und universeller Menschenrechte. Die Todesstrafe stellt den angeborenen Wert jeden menschlichen Lebens in Abrede und setzt den Respekt für menschliche Würde herab. Sie ist eine grausame, entwürdigende und sinnlose Strafe.

Quelle: USA-Koordinationsgruppe, amnesty international Deutschland, eigene Recherchen

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