Nette
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Mein Besuch in der H-Unit in McAlester,Oklahoma


Hallo, ich bin Anette, ich bin 41 Jahre alt und vor 2 Jahren hat ein Death Row Inmate einen Virus in mein System gesetzt, weil die Seite, wo er sein pen-pale Gesuch drauf hatte, nicht clean war.

Ich wollte ihm erst gar nicht schreiben, bis ich mal angefangen hatte das zu lesen, was der Mensch da geschrieben hatte. Das hat mich  dazu gebracht, ihm zu schreiben. Sein Name ist Michael L. Wilson.  So begann meine Brieffreundschaft. Im Laufe der Zeit haben wir uns immer besser verstanden und bemerkt, das wir uns doch sehr mögen, ich hatte dann die Idee ihn zu besuchen und Keal (nickname) meinte das es eine tolle Sache sein würde, weil er mich echt mehr mag, als das es gut sein könnte.
So begann ich, meine Reisepläne zu schmieden. Keal half mir dabei, indem er mir Internet Adressen zu kommen lies, von Hotels und Motels die nicht so teuer waren. Dann kam der Tag der Abreise. Ich hatte mich vorher schon mit einer Frau in Verbindung gesetzt, die auch einen Brieffreund im Todestrakt sitzen hat.

Wir freundeten uns schnell an und so half sie mir dabei, sicher nach McAlester zu kommen. Ich war also im Hotel angekommen und es stand immer noch nicht fest, trotz 3-monatiger Ankündigung, ob ich meine Visite Reuest Form durch habe!!
Ich hatte aber vorher schon zu Keal gesagt das ich kommen würde. Es war also ein echtes Abenteuer für mich!! Am nächsten Tag hatte mich meine Bekannte vom Hotel abgeholt und mich zur H-Unit gebracht.

Wir fuhren an einem mit hohen Mauern versehen Gebäude vorbei, das mir schon recht viel Angst machte, dann weiter zur eigentlichen H-Unit was hinter dem normalen (was man normal nennen kann) Knast war.
Gegenüber ist das „Jacky Brannon Correctianal Center“. Wir fuhren auf den Parkplatz und gingen in die H-Unit. Rechts, wenn man rein kommt, sitzen 1 bis 2 Beamte hinter Gittern, um das Geschehen zu beobachten, direkt vor an ist ein Schreibtisch, an dem man zu warten hat, wen einem die Herrschaften hinter den Gittern nicht fragen, was man will.

An dem Schreibtisch muss man 2 Papiere ausfüllen und seine Reisepass abgeben. Ohne Reisepass kommt man nicht rein. Man darf auch nur Autoschlüssel, Hotelschlüssel und etwas Kleingeld für den Getränke-Automaten mitnehmen.
Nach dem Papier Kram wird man von oben bis unten untersucht und abgetastet. Falls man vor hat, etwas rein zu schmuggeln. Die Officers sind da sehr genau!!
Wenn man zum ersten Mal in die H-Unit kommt, bringt einen ein Officer in den Besucherraum. Das ist ein großer Raum. Rechts ist WS und links ist WN, je nachdem wo der Inmate sitzt, muss man warten bis er kommt, das kann schon mal einige Minuten dauern, weil der Officer, während man den Papierkram macht anruft, das der Gefangene zum Besuch gebracht wird.
Der Gefangene bekommt über Lautsprecher gesagt: Besuch für …. Mach dich fertig. Der Gefangene darf was mitnehmen, z. B. Bilder, was zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen. Man hockt da auf sehr harten Hockern, die sind nicht bequem. Man sollte daher, ob warm oder nicht, eine Jacke zum drauf sitzen dabei haben. Die Klimaanlage ist sehr hoch eingestellt und man hat das Gefühl, man ist in einem Hurricane. Die Klimaanlage ist auch sehr laut.
Man sollte auch, bevor der Officer einen zum Besuch bringt, noch mal auf die Toilette gehen und vorsichtshalber fragen, ob man zwischendurch noch mal darf, obwohl die Besuchszeit noch nicht vorbei ist.

Ich war sehr nervös! Mein Hals war trocken, meine Hände waren nass!! Man geht vom Schreibtisch aus durch eine massive Gittertür, dann Treppen hoch, ca. 10 Meter einen Gang entlang, rechts kommt dann der Getränkeautomat, nach weiteren 3 Metern sieht man die SW Buchstaben an der Wand. Der Gang geht auch noch weiter gerade aus, wo dann die anderen Besucher Zellen sind z.B. SN, NO, NS und so weiter. Man sieht den Gefangenen durch eine Glasscheibe, was auf der Gefangenenseite noch mit Gitterstäben versehen ist. NO CONTACT!!!
Man hat ein Telefon zum Reden, was man mit einem Taschentuch vor dem Sprechen säubern sollte. Überall sind Kameras, man ist in jeder Sekunde beobachtet!! Ab und zu geht ein Officer zur Kontrolle durch.

Falls man dem Inmate doch mal was zeigen möchte, was nicht erlaubt ist, wie ich… ein Tattoo unter meinem Bauchnabel, sollte man seinem Inmate fragen ob das Okay ist und er sagt dann schon wie oder was man zu machen hat, damit man nicht auffällt. Die Inmate wissen oft nicht das man durchsucht wird also alles mit dem Inmate vorher ab sprechen. Je nach Beziehungsgrad, wird dem schon was einfallen, um auch mal Sachen zu machen, die nicht so schicklich sind! Wenn man zwei oder drei mal dort gewesen ist und keine besonderen Vorfälle waren , sind die Officers recht nett und helfen einem auch mal, wenn man vor Nervosität den Stift nicht mehr halten kann, so wie ich. Was die Dauer der Besuchzeiten angeht, wird das vom Case Manager bestimmt.

Mein Tipp. Fangt mit 2 Stunden an und erhöht dann langsam die Zeit. Wenn man nicht weiß, wie das geht, unbedingt den Officer fragen oder einen anderen Besucher. Die Amis sind in dem Fall sehr hilfsbereit. Auch wenn es um andere Dinge geht, FRAGEN!!!

Und höflich bleiben, egal wie lange es dauert. In den USA lernt man, Geduld zu haben. Ich hatte Glück, aber man sollte nicht ohne Visite Request Form Fahren!! Man sollte wirklich vorher Planen, weil man auch oft ein bisschen der Launen der Officers ausgesetzt ist.

Wenn man von Oklahoma-City kommt und kein Auto hat, muss man mit dem Bus fahren, aber unbedingt vorher bei der Greyhound oder bei der Jefferson Bus Gesselschaft anfragen, wann, wo und wie man ein Bus- Ticket bekommt und die Fahrtzeiten nicht vergessen !!

Wenn man mit dem Auto fährt, nicht von Deutschland aus buchen. Das kann man am Airport machen, ist auch sehr viel günstiger. Wenn man das erste Mal mit dem Auto in USA unterwegs ist, kann man nach einem Navigationssystem fragen, mein Tipp. Dasselbe gilt für die Hotels/Motels. Anrufen oder E-Mail schreiben. Dein Inmate kann dir vielleicht weiterhelfen.
Meine Zeit mit Keal war mehr als fantastisch und heute nachdem wir uns gesehen und über viele Dinge unterhalten haben, nennt er mich „seine Frau“.
Falls jemand noch Fragen oder sonst was hat, egal was, stehe ich gern mit Rat und Tat zur Verfügung.

Nette

 

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