Weihnachtsaktion
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Wie ihr euch sicher denken könnt – das Leben im Todestrakt ist kein leichtes. Das muss es auch nicht, aber es sollte zumindest menschenwürdig sein und gewisse Standards halten. Natürlich ist das jahrelange Warten in einer kleinen Einzelzelle auf die eigene Hinrichtung eine extreme Situation für jeden Einzelnen. Und gerade die Weihnachtstage, das Fest der Liebe, das Fest der Freunde und Familie, ist für die Insassen eine besonders schwere Zeit. Damit das Licht von Weihnachten auch an diesem Ort scheint, gibt es seit vielen Jahren eine Weihnachtsaktion, bei der jeder Insasse eine Weihnachtskarte und ein kleines Geschenk erhält, um ihm zu zeigen – auch im Todestrakt wird niemand vergessen. Teilnehmen an dieser Aktion kann jeder, ob man nun eine Brieffreundschaft hat oder aufnehmen möchte oder auch nur einmalig eine Karte schreiben will – wir freuen uns über jede Unterstützung.

Nachfolgend nun die Informationen zur Weihnachtsaktion 2016, die auch dieses Jahr wieder von Dorothea organisiert wird. Wenn ihr mitmachen wollte oder fragen habt, schickt mir einfach eine kurze E-Mail, ich antworte gerne oder leite Eure Anfrage an Dorothea weiter.

Weihnachtsaktion 2016 für Texas Death Row

Liebe Freunde,

hiermit wollen wir die 35. ! Weihnachtsaktion in Folge für die Gefangenen auf Texas death row starten. Ich bitte Euch wieder sehr herzlich, daran teilzunehmen.

Ich bitte Euch sehr herzlich, auch diesmal wieder teilzunehmen. Wer neu ist: Wir sind keine Organisation, kein Verein oder ähnliches. Wir sind Menschen, darunter viele Mitglieder von amnesty international, welche unter allen Umständen gegen die Todesstrafe sind.

Wir wollen wieder jedem Gefangenen auf Texas death row  eine Weihnachtskarte schicken und dazu ein Geldgeschenk überweisen,  für das sie sich selbst etwas im Gefängnisladen kaufen können. Sachgeschenke sind leider auf Grund der texanischen Vorschriften nicht möglich.

Zu den Geschenken
Ich bitte Euch eine Spende von 15,- EURO für das Geschenk (jede Spende dafür ist willkommen, auch eine kleinere) zu überweisen auf das speziell für diesen Zweck eingerichtete Konto. Es ist das gleiche wie im Vorjahr.
Wegen des Wechselkurses des Dollar, der gegenüber dem Euro stärker geworden ist, und da nicht alle Geld überweisen können, habe ich diesmal den etwas höheren Richtwert von 15,- genommen, damit es pro Gefangenem etwa für 10,-  $ reicht. Es ist das gleiche wie im Vorjahr. Für die Bankverbindung schickt mir eine Email, ich lasse sie euch zukommen. Das Konto ist geöffnet, es kann also schon darauf überwiesen werden.

Nancy Bailey von der „Texas Coalition Against the Death Penalty” (TCADP) hat wieder zugesagt, das Geld, das wir ihr Mitte November überweisen werden,  auf die Konten  der Gefangenen zu überweisen. Dazu fährt sie nach Huntsville zum Inmate Trust Fund.
Bitte gebt mir über Eure Spende rechtzeitig Bescheid, auch wenn Ihr erst später überweist. Was später auf unserem Konto eintrifft, können wir erst mal vorlegen.

Die Überweisung geht als „Sammelüberweisung“, wobei jeder Gefangene, der sich auf Texas death row befindet, die gleiche Summe auf sein Konto überwiesen bekommt. Als Sender wird wie letztes Jahr „Bott group“ angegeben. Leider können wir nicht den Namen des Spenders für einen bestimmten Gefangenen auf der Überweisung angeben. Ich bitte, dem Brieffreund dort zu erklären, dass das Geldgeschenk von Euch persönlich kommt, auch wenn als Absender unsere Gruppe angegeben ist.
 
Ich bitte Euch, mir bis zum 14. November mitzuteilen, wer von Euch:
 
a)    ein Geschenk und eine Weihnachtskarte
b)   mehrere Geschenke und mehrere Weihnachtskarten
c)    ein Geschenk ohne Weihnachtskarte
d)   eine oder mehrere Weihnachtskarten ohne Geschenk
e)    einen bestimmten Gefangenen oder mehrere bedenken will (bitte Gefangenennummer mitteilen, das erleichtert uns die Suche enorm)
f)     einen Gefangenen mit evtl. neuem Briefkontakt übernimmt.

Per Mail erreicht ihr mich unter Holzi@Holzi-Freiburg.de

Dazu noch eine Bitte: Es sind viele Gefangene auf death row, welche Spanisch, aber kaum Englisch sprechen. Wenn Ihr das auch könnt, schreibt es mir bitte dazu.

Bis zum 30. November erhaltet Ihr dann eine 2. Benachrichtigung von uns – mit Namen und Adresse des/der Gefangenen für Eure Weihnachtskarte/n, die bitte wieder am 12. 12. abgesandt werden soll/en.

Wie gehabt: Über schöne Klappkarten freuen sich die Gefangenen sehr. Aber es darf nichts Aufgeklebtes oder lose Befestigtes auf den Karten sein, auch nichts Beigelegtes wie  Stroh- oder Papiersterne oder Geheftetes. Die Karten dürfen nicht geprägt sein. Fotos ja, wenn man auf die Rückseite etwas drauf schreibt.

Erneut die Bitte, auf den Karten an die Gefangenen recht deutlich zu schreiben. Die Amis haben meistens Schwierigkeiten mit unseren Handschriften. Angabe des Absenders ist gut, denn viele der Gefangenen möchten sich bedanken. Voriges Jahr haben sich wieder viele Gefangene für die Karte und das Geschenk bedankt; auch einige neue Brieffreundschaften sind entstanden.

Wer von Euch dann Antwort mit der Bitte um weiteren Briefwechsel erhält, den  Ihr evtl. nicht führen wollt, möchte doch bitte den Wunsch des Gefangenen an  mich weiterleiten, damit ich den Gefangenen bei nächster Gelegenheit für eine Brieffreundschaft berücksichtigen kann.

Und nun nochmals die herzliche Bitte um Eure Teilnahme.
DANKE!

Noch ein paar Informationen:

Zur Zeit befinden sich 243 Gefangene auf death row, darunter 6 Frauen. 2016 wurden bisher  sieben Verurteilte hingerichtet, wenn es dabei bleibt, ist das seit 1996 die niedrigste Zahl. 1996 gab es nur drei Hinrichtungen, allerdings aus rechtlichen Gründen, in den Jahren danach lag die Zahl immer im zweistelligen Bereich mit dem Höhepunkt von 40 in 2000. Bisher wurden 2016 drei neue Todesurteile gefällt, auch das setzt den Trend nach weniger Todesstrafe fort. Hauptsächlich liegt das wohl daran, dass es seit September 2005 für Kapitalverbrechen neben der Todesstrafe auch das Urteil „life without parole“ gibt, also lebenslänglich ohne die Möglichkeit einer Entlassung. Dadurch sinkt auch in Texas die Zustimmung der Bevölkerung zur Todesstrafe wie in den übrigen Staaten der USA: Nach einer neuen Umfrage sind 49% für die Todesstrafe, 42% dagegen. Das ist immer noch eine Mehrheit dafür, aber 1994 waren noch 80% dafür. 
Für 15 Gefangene, die 2016 bereits einen Hinrichtungstermin hatten, wurde ein Aufschub gewährt.
 

 

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